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Hallo und herzlichen Willkommen auf unserer Boston Terrier Seite,
schön das Sie uns gefunden haben.

Meine Name ist Thorsten und zusammen mit meiner Frau Annika, meinem Sohn Linus Luca und den Boston Terriern leben wir auf einem Resthof im schönen Ostfriesland, genauer gesagt in einem kleinem Dorf Namens Großsander. Hier machen wir als verrücktes Rudel die Umgebung unsicher.

Mir schauten zwei braune Augen eines Boston Terriers ins Gesicht und es war um mich geschehen.

Der Boston Terrier – ein American Gentleman

Während die Beliebtheit der Boston Terrier insbesondere in den USA bereits seit mehreren Jahrzehnten ungebrochen ist, kennen viele Hundeliebhaber in Deutschland diese Rasse bisher noch nicht. Bei dem Boston Terrier handelt es sich um einen freundlichen, temperamentvollen und sehr intelligenten Vierbeiner, der die Herzen seiner Besitzer im Sturm erobert. Der Namenszusatz Terrier könnte dich etwas in die Irre führen, da er lediglich der Herkunft der Rasse geschuldet ist. Der Boston Terrier ist kein Jagdhund oder Terrier, er zählt eher zu den doggenartigen Hunden. Seine Besitzer schätzen ihn als anpassungsfähigen Begleithund, der sich ideal in unser modernes Leben einfügt. Er besitzt einen äußerst liebenswerten Charme und trägt bereits seit dem 19. Jahrhundert den Beinamen American Gentleman. Dies wird sowohl durch seinen netten und freundlichen Charakter wie auch durch das vom Rassestandard gewünschte Erscheinungsbild erklärt. Dank seines kurzen Haarkleides gilt er als sehr pflegeleichter Hund. Da er jedoch über keine nennenswerte Unterwolle verfügt, musst du damit rechnen, dass der Boston Terrier etwas empfindlicher auf Kälte reagiert. Solltest du auf der Suche nach einem Familienhund sein, ist der Boston Terrier eine absolut empfehlenswerte Wahl. Er ist sehr anhänglich und menschenbezogen, freundlich und fürsorglich im Umgang mit Kindern und überzeugt zudem durch eine ausgeglichene Charakterfestigkeit. Auch wenn er durchaus temperamentvoll sein kann, ist er als kleines Energiebündel doch kein Kläffer. Damit dir diese wunderbaren Hunde etwas vertrauter werden, haben wir einige Fakten zu Herkunft und Entstehung der Rasse recherchiert.

Der Boston Terrier – ein echter US-Amerikaner

Die auch als American gentleman bekannte Hunderasse entstand aus Kreuzungen des English Bulldog und dem alten Typ des weißen English Terriers, der heute nicht mehr existiert. Vereinzelt ist zu lesen, dass die Hunde in der Anfangszeit der Rasse ursprünglich speziell als Kampfhunde für die im 19. Jahrhundert beliebten Hundekämpfe gezüchtet wurden. Der Wahrheitsgehalt dieser Legende kann heute nicht mehr zweifelsfrei bestätigt oder widerlegt werden. Da die Zucht jedoch in der feinen Gesellschaft von Boston ihren Anfang nahm, sind zumindest einige Zweifel an der Vergangenheit des Boston Terriers als Kampfhund durchaus angebracht. Da es sich beim Boston Terrier um eine relativ junge Hunderasse handelt, gibt es über den Ursprung der Rasse im 19. Jahrhundert einige historische Dokumente. Am Anfang der Geschichte dieser Rasse steht der Rüde Judge, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von einem Züchter in England aufgezogen wurde. Es wurde dokumentiert, dass William O’Brien als vornehmes Mitglied der Bostoner Gesellschaft den Hund um 1865 importierte. Ewa 1870 veräußerte O’Brien ihn laut Angaben des American Kennel Club an einen anderen Angehörigen der Upper Class von Boston, den im noblen Viertel Beacon Hill ansässigen Robert C. Hooper. Nach ihm erhielt der Rüde den Namen Hooper’s Judge, unter dem er später bekannt wurde. Zahlreiche historische Quellen bestätigen die Annahme, dass Hooper’s Judge als Urvater der heutigen Rasse angesehen werden kann.

Judge, Gyp und ihre Nachkommen

Der 1865 in England geborene Rüde Hooper’s Judge hatte laut zeitgenössischen Quellen weiße Abzeichen, ein dunkel gestromtes Fell und sein Aussehen wies typische Merkmale der Bullrassen auf. Er soll ein Gesamtgewicht von ca. 14,5 kg (32 Pfund) besessen haben, andere Quellen geben ein Gewicht von etwa 12,5 kg (27,5 Pfund) an. Er besaß ein etwas kleineres Maul als die heutigen Boston Terrier, war größer und schwerer, ähnelte im Aussehen jedoch bereits teilweise dem modernen Rassestandard der heutigen Rassehunde. Die Hündin Gyp gehörte Edward Burnett, der auf den Deerfoot Farms in Southborough lebte und später von 1887 bis 1889 den Bundesstaat Massachusetts im US-Repräsentantenhaus vertrat. Sie wog etwa 9 kg (20 Pfund), war niederläufig, von komplett weißer Farbe und hatte eine eckig anmutende Kopfform. Obwohl Gyp – die manchmal auch Burnett’s Gyp oder Kate genannt wurde – eine Kreuzung aus unterschiedlichen Terrier- und Bullrassen war, zeigten sich die beiden Hundebesitzer mit dem Ergebnis dieser Paarung durchaus zufrieden. Namentlich fand als einziger Nachkomme lediglich der 1870 geborene Rüde Well’s Eph Erwähnung in den historischen Unterlagen. Er wird als dunkel gestromtes Exemplar mit weißen Abzeichen an Kopf sowie Pfoten beschrieben und war etwas kleiner als sein Vater. Zum Gewicht findet sich in historischen Unterlagen die Angabe, er habe als ausgewachsener Rüde etwa 12,7 kg (28 Pfund) gewogen. Es wurde dokumentiert, dass aus einer Paarung von Well’s Eph mit der Hündin Tobin’s Kate im Jahr 1877 die beiden Rüden Atkinson’s Toby und Barnard’s Tom hervorgingen. In der Folgezeit wurden Kreuzungen mit anderen Bulldogen und Terriern sowie Bulldoggen-Terrier-Kreuzungen vorgenommen. Eine große Rolle für die Zucht bildeten im Hinblick auf Körper, Kopf, und Größe sowie Farbe und Zeichnung ohne Zweifel die Einzüchtungen mit französischen Bulldoggen. Mit den so entstandenen Zuchtlinien wurde weitergezüchtet und die Hunde bekamen langsam eine etwas kleinere Statur und ihr bis heute typisches Ausehen.

Anerkennung durch den AKC

Im Jahr 1889 gründete eine Gruppe von etwa dreißig bis vierzig Züchtern auf Bestreben von Charles F. Leland den American Bull Terrier Club. Manche der Züchter bezeichneten die Rasse auch als Round Heads, Toy Bulldog, Boston Bulldog, Bullet Head oder Round-headed Bulldog. Nach vielen Hindernissen und zahlreichen Streitigkeiten einigten sich die Züchter 1891 auf den noch heute gültigen Rassenamen Boston Terrier. Dieser Name geht auf einen Vorschlag eines Journalisten namens H. Lacey zurück. Lacey schlug den Namen Boston Terrier in einem Artikel für eine Lokalzeitung vor und begründete den logischen Vorschlag schlicht mit der Herkunft der Rasse. Gleichzeitig wurde auch der Name des Clubs in Boston Terrier Club of America (BTCA) geändert. Im gleichen Jahr begannen die Züchter damit, Ihre Zucht zu dokumentieren und trugen die gezüchteten Hunde in eigene Stammbücher ein. Die Ausarbeitung eines Rassestandards stellte sich hingegen als etwas schwieriger zu bewältigende Aufgabe heraus. Jeder der beteiligten Züchter sah die eigenen Hunde als ideal dem Standard entsprechend an und die so entstehenden Streitigkeiten dauerten längere Zeit an. Schließlich konnten sich die Mitglieder nach zähen Verhandlungen doch auf einen Rassestandard einigen, der – bis auf später zugefügte Ergänzungen und Verbesserungen – zum großen Teil bis heute Bestand hat. Des Weiteren beschlossen Sie, dass fortan keine weiteren Rassen mehr in die Zuchtlinien der Boston Terrier eingekreuzt werden sollten und beantragten beim American Kennel Club (AKC) die offizielle Anerkennung der Rasse. Doch ihr Antrag stieß leider insbesondere bei den Züchtern der Bullterrier-Rassen auf erheblichen Widerstand. Diese fürchteten die Konkurrenz und begründeten ihre Ablehnung in der Regel mit der Aussage, es handele sich bei den Hunden der Rasse nicht um Bull Terrier. Andere Richter befanden die Rasse als zu jung, nicht ausgereift genug und zu ungleichmäßig. Die Züchter der Boston Terrier konnten schließlich anhand der Zuchtaufzeichnungen ca. 75 Hunde anführen, deren Vorfahrennachweis mindestens 3 Generationen umfasste. Nach einer schwierigen Zeit mit unzähligen Streitigkeiten und einer erneuten Antragsstellung wurde die Rasse endlich im Jahr 1893 durch den American Kennel Club anerkannt. Damit war die Rasse der Boston Terrier die erste von heute zehn in den USA entstandenen Rassen, denen diese Ehre zuteil wurde. Der Rüde Hector war der erste Boston Terrier, der die Anerkennung durch den AKC erhielt.

Boston Terrier

Erfolgreiche Zucht im 20. Jahrhundert

Nach der Anerkennung durch den AKC erfreute sich der Boston Terrier bereits kurze Zeit später auch über die Grenzen von Boston hinaus großer Beliebtheit. Auch konnten die Züchter nach wenigen Jahren die ersten Erfolge verbuchen. So ist die im April 1893 geborene Hündin Topsy (AKC 37060) als Siegerin bei der Philadelphia Dog Show im April 1896 erster AKC-Champion der Boston Terrier. In den ersten Jahren nach der Anerkennung durch den AKC legten die Züchter auf Farbe und Zeichnung der Rasse nur wenig Wert, da die noch junge Rasse in dieser Zeit noch unter einer erheblichen Unbeständigkeit im Hinblick auf den Rassestandard zu kämpfen hatte. Erst nach sorgfältig geplanter Inzucht konnten die Züchter nach einigen Jahren das selbst gesetzte Ziel erreichen. In den 1900er Jahren wurden anschließend charakteristische Markierungen sowie gewünschte Farben als wesentliche Rassemerkmale der Boston Terrier in den Standard aufgenommen. Laut BTCA-Standard galten ausschließlich die Farben Brindle, Seal und Schwarz als akzeptabel. Während weiße Markierungen ebenfalls erlaubt waren, galten komplett weiße Hunde als unerwünscht. Schnell wurde der Boston Terrier dank seiner Intelligenz und seines freundlichen Wesens sehr populär und galt als eine der beliebtesten Rassen in den USA. Auch über die Grenzen der USA hinaus eilte dem Boston Terrier schnell ein positiver Ruf voraus. So wurde im Jahr 1908 ein Boston Terrier Club of Kanada gegründet, der bereits im folgenden Jahr die erste Schau veranstaltete. Weitere Clubs wurden in den folgenden Jahren in Kanada gegründet, beispielsweise 1912 im kandadischen Westen und 1920 in Toronto.

Vom Liebling zum State Dog & die Eroberung Europas

In den USA war der Boston Terrier in der Zeit von 1920 bis 1963 ohne Unterbrechung in den Top Ten der beliebtesten US-Hunderassen zu finden und in den 1920er und 1930er Jahren führte er diese Liste zeitweise sogar an. 1976 wurde der Boston Terrier zum “bicentennial dog of the U.S.” gewählt. Einen weiteren Karriereschritt auf der Erfolgsleiter erlebte der Boston Terrier im Jahr 1979. In diesem Jahr erklärte der damalige Gouverneur des Bundesstaates Massachusetts den Boston Terrier offiziel zum State Dog. Edward Joseph King (1925 – 2006) besaß laut eigenen Angaben als Kind einen Boston Terrier namens Skippy. Anders als in den USA und Kanada war die Rasse in Europa nicht – oder nur vereinzelt – zu finden. Die ersten Tiere in Europa wurden nach Großbritannien eingeführt. Nach dem Eintritt der USA in den zweiten Weltkrieg nahmen viele der amerikanischen Soldaten ihre vierbeinigen Maskottchen mit in den Krieg. Insbesondere bei den Fliegern war der Boston Terrier alleine bereits aufgrund seiner kompakten Größe als idealer Fliegerhund sehr beliebt. Die ersten Boston Terrier gelangten erst in den 1950er Jahren nach Deutschland. Laut dem Zuchtbuch des Klub für Terrier e.V. (KfT) wurde der erste Wurf in Hamburg im Jahr 1954 verzeichnet. Zwei Jahre zuvor wurde die Hündin Lindy Lou als erstes Tier in Deutschland offiziel in das Zuchtbuch des KfT aufgenommen. Auch wenn der Boston Terrier ein in Deutschland noch immer ein eher selten anzutreffender Hund ist, steigt seine Beliebtheit doch stetig an. Der erste in Deutschland gegründete Club für Boston Terrier ist der 1988 entstandene “1.Club für Boston-Terrier in Deutschland e.V.” (1.CBD), welcher im Jahr 1989 vom zuständigen Dachverband VDH e.V. als vorläufiges Mitglied anerkannt wurde. Seit 1994 ist der Club ordentliches Mitglied des VDH.

Die aktuellen Rassestandards

Im Jahr 1990 wurde der bis heute weltweit gültige Rassestandard geringfügig geändert. Das wohlausgewogene Erscheinungsbild des Hundes sollte intelligent, lebhaft und kompakt sein. Charakteristisch für die Rasse sind die erwünschte Verteilung der weißen Markierung im Fell und der typische Boston-Terrier-Ausdruck zusammen mit einer insgesamt ausgewogenen Proportionierung. Der Schädel des Hundes sollte zu den weiteren Korperproportionen passen, oben abgeflacht sein und eine quadratische Form mit flachen Wangen besitzen. Die Augen liegen weit auseinander, sitzen quadratisch im Schädel und ihre äußeren Ränder bilden bei Frontansicht zusammen mit den Wangen eine harmonische Linie. Eine kurze, quadratisch anmutende Schnauze ohne Falten und ein eher breiter Kiefer sind weitere Merkmale des typischen Kopfes eines Boston Terriers. In den USA werden die Ohren der Hunde vielerorts noch kupiert, um die gewünschte Form von kleinen und aufrecht getragenen Ohren möglichst perfekt zu erreichen. Insbesondere wenn es sich um sogenannte Show-Dogs handelt, wird dies leider noch oft angewendet. Glücklicherweise wurde in Deutschland von dieser Praxis inzwischen Abstand genommen. Der Körper eines Boston Terriers ist tief mit einer guten Brustweite und abfallender Schulter. Insgesamt ist das Erscheinungsbild des Hundes kurz, kompakt und muskulös. Die Vorderläufe bilden mit der Schulterspitze eine gerade Linie und sind harmonisch bemuskelt. Starke und gut bemuskelte Schenkel sind erwünschte Merkmale bei den Hinterläufen, die im Kniegelenk leicht gebogen sind. Ebenso wie das gesamt Erscheinungsbild ist auch die gewünschte Gangart ganz auf Harmonie ausgelegt. Die Vorder- und Hinterläufe bewegen sich in einer geraden Linie ohne Überkreuzen. Eine relativ niedrig angesetzte und spitz zulaufende Rute komplettiert das gewünschte Erscheinungsbild. Als erwünschte Farben nennt der Rassestandard Gestromt, Seal oder Schwarz mit weißen Markierungen. Insbesondere eine weiße Schnauze mit einer gleichförmig geformten weißen Blesse sowie entsprechende Markierungen am Hals, auf der Brust, sowie weiße Vorderläufe und weiße Markierungen unterhalb des Sprunggelenks der Hinterläufe gelten als erwünschtes Ideal. Im Hinblick auf das Gewicht werden die Hunde in 3 Klassen unterteilt, die von leicht (bis 6,8 kg) über mittel (von 6,8 bis 9 kg) bis schwer (von 9 bis 11,3 kg) reichen. Der Boston Terrier ist keine überzüchteter Rassehund, vielmehr zeichnet er sich durch seine hohe Intelligenz, seine Anpassungsfähigkeit sowie durch sein freundliches und charmantes Wesen aus.